Insolvenz der Small Planet Airlines - was tun?

Über das Vermögen der Small Planet Airlines GmbH wurde am 01.12.2018 das Insolvenzverfahren eröffnet. Ansprüche gegen die insolvente Fluggesellschaft können daher nur noch beim Insolvenzverwalter zur Insolvenztabelle angemeldet werden. Mit einer Zahlung durch den Insolvenzverwalter können Passagiere aber wohl nicht rechnen.

Ansprüche gegen den Reiseveranstalter geltend machen

Wenn der Flug mit der Small Planet Teil einer Pauschalreise (also Fug mit Hotel) war, können Sie immerhin noch Ansprüche gegen den Reiseveranstalter (z.B. FTI Touristik GmbH oder Schauinsland-Reisen GmbH) geltend machen. Voraussetzung ist, dass die Verspätung über 4 Stunden betragen hat. Sie haben dann ab der fünten Stunde einen Anspruch auf Reisepreisminderung in Höhe von 5 % des Tagesreisepreises pro weiterer Stunde. Sofern Sie mehrere Tage mit der Small Planet im Urlaubsgebiet gestrandet sind, lohnt es sich also, beim Reiseveranstalter Ansprüche anzumelden. 

Zusätzlich zur Reisepreisminderung können Sie Schadensersatz wegen nutzlos aufgewandter Urlaubszeit bzw. entgangener Urlaubsfreude verlangen. Die Höhe des Schadensersatzes hängt vom Einzelfall ab. In der Regel können Sie aber den Minderungsbetrag (s.o.) ansetzen. Den Schadensersatzanspruch lehnen die Reiseveranstalter meist mit der Begründung ab, dass die gesamte Reise nicht erheblich beeinträchtigt gewesen sei. Dies ist jedoch falsch: es genügt nach neuerer Rechtsprechung, wenn einzelne Reisetage erheblich beeinträchtigt sind. Wir führen derzeit einige gerichtliche Verfahren gegen Reiseveranstalter wegen der verspäteten Rückreise. Sobald hier Urteile vorliegen, informieren wir an dieser Stelle.
Beachten Sie folgendes: Schadensersatz- und Minderungsansprüche gegen den Reiseveranstalter verjähren zwei Jahre nach dem vertraglich vorgesehenem Ende der Reise.

Hier finden Sie einen Musterbrief als Vorlage zur Anmeldung Ihrer Ansprüche beim Reiseveranstalter. 

Wenn der Reiseveranstalter nicht antwortet oder zu wenig anbietet, melden Sie sich einfach bei uns. Sie erhalten dann eine kostenlose Ersteinschätzung.

Falls wir Sie nach der Einschätzung gegenüber dem Reiseveranstalter vertreten sollen, gilt folgendes: Wenn Sie vergeblich versucht haben, Ihre Ansprüche anzumelden, muss der Veranstalter auch unsere Kosten erstatten. Falls Sie eine Rechtsschutzversicherung besitzen, übernimmt diese die Kosten. Sie können uns dann sofort beauftragen. Wir klären für Sie die Kostenübernahme bei Ihrer Versicherung ab.

Möglich ist auch, dass wir Sie kostenlos informieren, sobald uns gerichtliche Entscheidungen vorliegen. Sie können dann entscheiden, ob Sie gegen den Veranstalter vorgehen wollen oder nicht. Beachten Sie aber die o.g. Verjährungsfrist von zwei Jahren.

Ihre unverbindliche Anfrage richten Sie bitte an: 

Rechtsanwalt Harald Irion

 


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Tel.: 07725 / 91499 - 25