Schadensersatz für vertane Urlaubszeit / entgangen Urlaubsfreude bei Flugausfall Tuifly und Air Berlin

Aufgrund der Flugausfälle der Tuifly und der Air Berlin Anfang Oktober 2016 kann Pauschalreisenden auch eine Entschädigung gegen den Reiseveranstalter wegen nutzlos aufgewendeter Urlaubszeit zustehen. Dies ist allerdings unter Experten umstritten. Nachfolgend erfahren Sie, was Sie tun können, um gegenüber Ihrem Reiseveranstalter mögliche Ansprüche zu sichern.
Wichtig: Sie sollten Ansprüche innerhalb eines Monats anmelden. Sofern Sie aber nicht über Ansprüche aufgeklärt wurden (wie in fast allen Fällen) können Sie die Ansprüche auch noch später anmelden. Hier finden Sie einen Musterbrief für die Entschädigung wegen nutzlos aufgewandter Urlaubszeit.

Sofern Sie rechtschutzversichert sind, können Sie uns auch gleich mit der Vertretung beauftragen (Anfragen an flugverspaetung@kanzlei-irion.de). Wir klären für Sie auch kostenlos die Kostenübernahme durch die Versicherung ab.

Wir haben schon in mehreren aktuellen Tuifly-Fällen Klage wegen nutzlos aufgewandter Urlaubszeit erhoben, um die Frage der Entschädigung gerichtllich klären zu lassen. Wir werden Sie an dieser Stelle informieren, sobald Urteile bekannt sind.

Auch wenn Sie nicht rechtsschutzversichert sind, können Sie uns eine unverbindliche Anfrage senden. Wir informieren Sie dann kostenlos, sobald die Rechtslage geklärt ist, damit Sie ggf. Ihre Ansprüche ohne Risiko weiterverfolgen können.

Über die pauschalen Entschädigungsansprüche wegen Flugausfall gegenüber den Fluggesellschaften erfahren Sie hier näheres: Flugausfall Tuifly   Flugausfall Air Berlin

Entschädigung bei Stornierung der Reise durch Reiseveranstalter zusätzlich zur Erstattung Reisepreis?

Sofern Ihr Reiseveranstalter (TUI Deutschland GmbH oder ein anderer Reiseveranstalter) Ihre gebuchte Pauschalreise aufgrund der Flugausfälle der Tuifly oder der Air Berlin abgesagt bzw. storniert hat, muss der Reiseveranstalter zunächst den Reisepreis vollständig zurückerstatten. Er hat auch für entstandene Mehrkosten aufzukommen, unabhängig von einem etwaigen Verschulden.

Zusätzlich kommt aber auch Schadensersatz wegen nutzlos aufgewendeter Urlaubszeit in Betracht. Dieser Anspruch auf den sog. immateriellen Schaden folgt aus § 651 f Abs. 2 BGB. Danach kann der Reisende eine angemessene Entschädigung in Geld verlangen, wenn die Reise vereitelt wurde und der Reiseveranstalter dies zu vertreten hat und kein Fall höherer Gewalt vorliegt.

Krankmeldungen der Tuifly-Mitabeiter höhere Gewalt?

Der Reiseveranstalter wird sich aller Voraussicht nach auf höhere Gewalt oder fehlendes Verschulden berufen, da es sich bei den Krankmeldungen der Flugzeugbesatzungen um einen "wilden" Streik handele. Zunächst ist noch nicht bewiesen, ob es sich wirklich um einen von Arbeitnehmern organisierten Streik handelt (auch wenn vieles dafür spricht).
Die Fluggesellschaft Tuifly ist Erfüllungsgehilfe des Reiseveranstalters. Die Vorfälle bei der Tuifly sind also betriebsintern und kein von außen kommendes unabwendbares Ereignis. Daher liegt meines Erachtens kein Fall der höheren Gewalt vor.

Fehlendes Verschulden des Reiseveranstalters?


Entscheidend für die Frage nach Schadensersatz wird m.E. sein, ob der Reiseveranstalter die Kündigung der Reise zu vertreten hat. Hier ist zu beachten, dass das Verschulden des Reiseveranstalters vermutet wird. Der Veranstalter muss also nachweisen, dass ihn oder die Tuifly an dem Ausfall der Pauschalreise kein Verschulden trifft. Die TUI Deutschland oder ein anderer Reiseveranstalter muss somit beweisen, dass sie alle ihr zumutbaren organisatorischen Maßnahmen getroffen hat, um die Folgen der Krankmeldungen auf die Reise abzuwenden. Ob der Entlastungbeweis des fehlenden Verschuldens von dem Reiseveranstalter tatsächlich erbracht werden kann, ist derzeit offen. Ich rate aber dazu, dass die Reisenden ihre Ansprüche zumindest fristwahrend innerhalb eines Monats beim Reiseveranstalter anmelden.

Höhe der möglichen Entschädigung wegen nutzlos aufgewandter Urlaubszeit?

Für die Höhe des Schadensersatzanspruchs wegen nutzlos aufgewandter Urlaubszeit sollen nach der Rechtsprechung die Umstände des Einzelfalls maßgeblich sein. Bei einer Absage der kompletten Reise wird aber meist ein Betrag in Höhe von 50 % des Reisepreises angemessen sein. Sie sollten daher eine angemessene Entschädigung, mindestens aber 50 % des Reisepreises, einfordern.

Frist für die Geltendmachung des Schadensersatzanspruchs: 1 Monat

Wichtig ist, dass der Schadensersatzanspruch gegenüber dem Reiseveranstalter innerhalb eines Monats geltend gemacht werden muss. Sie sollten die Ansprüche unbedingt schriftlich, am besten per Einschreiben, anmelden, um später einen Nachweis zu haben. Hierzu können Sie unseren Musterbrief Entschädigung wegen nutzlos vertaner Urlaubszeit benutzen.


Sie haben noch Fragen: Dann senden Sie uns eine unverbindliche Anfrage an flugverspaetung@kanzlei-irion.de oder rufen uns an: 07725 / 91499 - 25. Die Ersteinschätzung ist für Sie kostenfrei.

Zuständig für das Reiserecht:

Rechtsanwalt Harald Irion
Kanzlei Irion Partnerschaftsgesellschaft
Friedrichstraße 9
78126 Königsfeld